Produktpolitik Westfalia?

... und was sonst nirgends reinpasst, wie z. B. Lost & Found, Kochrezepte.
Allgemeine Technik-Fragen zum Wohnmobil gehören in die Rubrik "Modellübergreifend"
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Bernd
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Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von Bernd » 06.03.2015 23:29

Hallo, Zusammen,

nachdem ich nun seit November 2014 einen JC (Baujahr 2001) fahre, habe ich nun schon die leidige Erfahrung machen müssen, dass praktisch keine Originalersatzteile mehr zu bekommen sind. Unser Forum bietet ja als Alternative gute Tipps und Links, die weiter helfen. So weit, so gut.

Aber die eigentliche Frage, die ich stellen möchte ist: Wie sieht den generell die Produktpolitik von Westfalia zum JC aus? Hat hier jemand Informationen? Offiziell wird der JC ja gar nicht mehr beworben. Weshalb wurde für ein Fahrzeug, das ja durchaus einen etwas legendären Status besitzt, jegliche Versorgung eingestellt? Sind z.B. Neuauflagen eines JC geplant mit anderem Basisfahrzeug? Man fühlt ich etwas verlassen von Westfalia - finde ich.

Danke für Rückmeldungen und Grüße ins Forum!
Bernd
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Jürgen
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von Jürgen » 07.03.2015 18:25

Mir geht's genauso und ich verstehe nicht wie Westfalia die ehemaligen Käufer im Regen stehen läst!
Wirtschaftliche Probleme Hin oder Her, so dürfte es eigentlich nicht sein!
Zum Glück ist das Basisfahrzeug zu zigtausenden unterwegs und wenigstens dort die Ersatzteillage gesichert.
Im Innenraum kann nicht viel kaputtgehen, im Hochdachbereich siehts schon schlechter aus falls man da mal was hat aber ein seitliches Hochdachfenster ist keinesfalls als Ersatz lieferbar, eine Abfahrtskontrolle ist unbedingt ratsam, auch mir ist schon eines aufgeschlagen und ausgerissen und flog meterweit durch die Luft.
Das gute Gefühl ein Reisemobil mit hohem Wohlfühlfaktor zu fahren ist bei mir auch nach gut 14 Jahren noch da, wenigstens das!
Gruß Jürgen
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Möms-chen
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von Möms-chen » 08.03.2015 11:26

Das ist kein Westfalia-Problem, das betrifft die ganze Branche der großserien Hersteller. Versucht mal für einen Karmann (Colorado/Missouri), Pössl usw... Ersatzteile zu bekommen :wink:
Bei Westfalia verstärkt sich diese Problematik durch die Insolvenz. Viele Lagerbestände und sogar das Museum mit vielen Oldtimern musste damals verkauft werden.
Westfalia muss Gewinne machen und das nicht zu knapp. Sie gehören jetzt zu den Franzosen und die machen Druck!

Die Romantik im WoMobau ist seit Jahren weg! Einzig die kleinen Manufakturen wie Robel, Dopfer usw... bieten da noch etwas an.
Große Firmen können und wollen sich eine große Lagerhaltung nicht leisten.
Gruß aus Bad Zwischenahn - Marc

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Bernd
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von Bernd » 08.03.2015 12:04

Hallo, Zusammen,

das klärt die Sache zumindest etwas auf, wenngleich sich der Zustand dadurch ja auch nicht bessert.

Danke für eure Rückmeldungen!
Bernd
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reinhard_f
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von reinhard_f » 08.03.2015 17:17

Als Oldtimer Freund sage ich, es geht immer irgendwie weiter!
Notfalls muss man sich im Forum zusammen rufen und die ein oder andere Nachfertigung organisieren. Es müssen nur genügend mitmachen, um bezahlbare Preise zu erreichen.
Beispiel:
Z. B. kann 1m Dichtungsgummi schnell mal 500€ kosten, weil man ein Werkzeug zur Herstellung benötigt. Wenn 50 mitmachen, kommt man auf vielleicht auf 11€.
Erfahrung ist das Wissen welches man hat, kurz nachdem man es gebraucht hätte.

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Fitus3
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von Fitus3 » 08.03.2015 17:52

Das war mit einer der Gründe wegen den Ersatzteilen wieso wir unser Immer zuverlässiges Cookchen abgegeben haben. Westfalia hat mit dem Cook wirklich ein zuverlässiges Auto ( gehabt) das in der Verarbeitung sicherlich nicht verstecken musste. Wir hatten einen 2006 Cook und mir wurde es im letzten Jahr alles etwas zu......... so das wir um in eine andere Richtung orientiert haben. Würde sonst mit Sicherheit den (neuen) Sven Hedin jetzt fahren. Trotzdem allen Cooklern die Daumen hoch dass Sie weiter mit Ihrem Cook Spass haben. :wink:

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Jürgen
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von Jürgen » 08.03.2015 18:16

reinhard_f hat geschrieben:Notfals muss man sich im firum zusammen rufen und die ein oder andere Nachfertigung organisieren.
Tja Reinhard,
eine gute Idee, aber in den Grenzbereich kommst Du aber spätestens, wenn mal ein seitliches Hochdachfenster fällig wird, wie von mir oben angeführt.
Die Produktion ist sicherlich schon eingestellt, Ersatz gibt es nicht mehr, wie einige Anfragen hier ergaben und ich wüßte nicht wie man sich solch ein Teil selber aus Plexiglas zusammenlaminieren soll, die Form ist zu speziell dazu.
Vor Jahren sah ich mal einen James Cook an mir vorbeifahren, der hatte anstelle des Hochdachfensters einen Schlafsack in das Loch gestopft. Seitdem mir selber das Ding mal weggeflogen ist, kontrolliere ich schon halb neurotisch und penibel den geschlossenen Zustand desselbigen vor der Abfahrt!
Gruß Jürgen
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von reinhard_f » 08.03.2015 19:28

Nee, Selbermachen ist selten möglich bei Kunststoffteilen, das müssen schon spezielle Firmen machen.
Es rechnet sich halt nur, wenn genügend Stück gefertigt werden. Wenn es ein Teil ist von dem man weiß, dass es irgendwann den Geist aufgibt, lohnt es sich auch, sich sowas dann ins Haus zu legen. Ansonsten ist das Fahrzeug ja wertlos.
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von Möms-chen » 11.03.2015 21:16

Die Fensterproblematik betrifft auch viele Kastenwagen mit Sonderfenstern wie JC, California Exclusive usw....

Da muss man halt nach Lösungen suchen und das vor einem Schaden! Mein Plan ist im Notfall Bootsluken zu nehmen.
Die kosten zwar auch Geld...aber es wäre wieder Dicht und passt zur Optik.

Auch wird Ebay zur Pflicht um wichtige Sachen zu "bunkern". Meine Frau glaubt schon, dass ich einen Bus heimlich neu baue :mrgreen: :mrgreen:

Beim JC würde ich notfalls die Seitenfenster verschließen (GFK) und ggf. passende Fenster z.B. von Seitz einbauen.
Gruß aus Bad Zwischenahn - Marc

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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von reinhard_f » 14.03.2015 16:01

Was mir noch eingefallen ist. :idea:
Es gibt kaum einen Grund, sich um künftige Ersatzteile zu sorgen, die Lösung heißt 3D Drucker!
Ich gehe jede Wette ein, dass es demnächst flächendeckend Firmen gibt, die dir jedes (zumindest Kunststoff oder Alu) Teil zu vernünftigen Preisen nach Vorlage oder Zeichnung anfertigen werden.
Die Zukunft wird klasse für Alteisenfahrer :D

Wenn Westfalia nicht so träge wäre, hätten sie, anstatt Kunden zu verprellen, schon lange die entsprechenden Zeichnungen freigegeben oder sich selber mit 3D Druck beschäftigt und das würde sie so gut wie nix Kosten, solange sie mit externen Firmen kooperieren.
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von Jürgen » 15.03.2015 00:19

reinhard_f hat geschrieben:Wenn Westfalia nicht so träge wäre, hätten sie, anstatt Kunden zu verprellen, schon lange die entsprechenden Zeichnungen freigegeben .........
Eine ziemlich gute Idee, man kann nur hoffen, dass einflußreiche Leute dort auch noch hier im Forum mitlesen....
Gruss Jürgen
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von Bernd » 15.03.2015 21:06

Wenn ich sehe, dass vor wenigen Jahren noch ein JC-Treffen bei Westfalia stattgefunden hat, müssten doch eigentlich irgendwelche Kontakte bestehen. Ich bin erst wenige Wochen im Forum, daher habe ich kein Hintergrundwissen. Aber könnte man denn nicht mit der "Kraft" des Forums eine gewisse Lobby bilden und vielleicht an Westfalia herantreten? Gibt es er hier ggf. schon Erfahrungswerte oder Einschätzungen, ob so etwas machbar wäre?

Gruß
Bernd
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von admin » 15.03.2015 21:24

Bernd hat geschrieben:könnte man denn nicht mit der "Kraft" des Forums eine gewisse Lobby bilden und vielleicht an Westfalia herantreten?
Um was zu erreichen? Unsere Beziehungen zu Westfalia sind gut! Die Richtlinien der Geschäftspolitik werden aber in Frankreich bei Rapido festgelegt.

Peter
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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von mäusebär » 16.03.2015 07:34

reinhard_f hat geschrieben:Was mir noch eingefallen ist. :idea:
Es gibt kaum einen Grund, sich um künftige Ersatzteile zu sorgen, die Lösung heißt 3D Drucker!
Ich gehe jede Wette ein, dass es demnächst flächendeckend Firmen gibt, die dir jedes (zumindest Kunststoff oder Alu) Teil zu vernünftigen Preisen nach Vorlage oder Zeichnung anfertigen werden.
.
Hallo Reinhard,

die Technik ist ohne zweifel zu erträglichen Preisen vorhanden. Und man kann damit auch ohne zweifel kleine, komplex geformte Bauteile präzise fertigen (Schalter, Griffe, Deckelchen,...).

Ich sehe die Problematik ehr bei gößeren, komplexen Bauteilen, wie Fenster, Kühlschrank, Betteile, elektische Bauteile... . Alles was eben groß und sperrig ist, aber auch mal den Geist aufgeben kann.

Es gibt natürlich auch 3D-Drucker für solch große Teile, aber da wird es mittelfristig wohl ehr nicht zu einer kostengünstigen Ersatzteilversogung kommen.

Bin mal gespannt, wann für den NCV3 die ersten Originalteile nicht mehr verfügbar sind :cry:.

Grüße aus dem Süden
bis Mai 2017 James Cook NCV3, EZ 2008, 150 PS, Jaspisblau
seit Mai 2017ADRIA Twin 640 SHX EZ 2017, 130 PS Multijet 2, Euro 6
Der Umstieg von BENZ auf FIAT kostet Überwindung, ist aber möglich :roll:

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Re: Produktpolitik Westfalia?

Beitrag von reinhard_f » 16.03.2015 13:10

Nun das teuerste ist das ein Fahrzeug wertlos wird weil man es nichtmehr reparieren kann!

Ich bin da zuversichtlich für die Zukunft denn eine alte Regel besagt "Wo ein Bedarf ist wird es auch Anbieter geben"
Und der Bedarf beschränkt sich ja nicht nur auf JC sondern auf alle Dinge das Alltags die kaputt gehen.

Im Buchdruck klappt das inzwischen hervorragend mann kann heute jederzeit (sofern man die Rechte dafür hat) alte Bücher in Mini Auflagen günstig nachdrucken. Z.b hat der Dolde Medien Verlag eineige alte Camping Bücher als Reprint Ausgabe wieder auf den Mart gebracht und kann problemlos je nach Nachfrage neu Drucken.
http://www.verlagshop.de/epages/6251676 ... Maps/Retro
Erfahrung ist das Wissen welches man hat, kurz nachdem man es gebraucht hätte.

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