Hallo Leute,
Projekt nahezu abgeschlossen...
Vielen Dank an Euch für die hilfreichen Tips und Eure Unterlagen zur Zulassung.
Als 'Dankeschön' für Euch und als Hilfestellung für weitere 'Nachahmer' hier meine Umbaustory:
Jens, Dirk, Holger, Oli und... haben mich zum Umbau inspiriert und tatkräftig mit Tips unterstützt.
Also erst mal los zum Dekra (mit allen Unterlagen zu Reifen/Felgen, Vorderachs-Höherlegung und Hinterachszusatzluftfederung)
um eine Einschätzung zur Zulassung einzuholen -Fehlanzeige!
(Dekra- Jungingenieur: Umbau nicht möglich da kein Gutachten bei grösserer Radgrösse für Bremsanlage vorhanden...)
Dann zum TÜV -Fehlanzeige!
(TÜV-Jungengenieur: Umbau möglich, allerdings Fahrversuche auf TÜV-Testsrecke mit speziellem Gutachter erforderlich, da es kein gemeinsames Gutachten für das Vorder- und Hinterachs-Höherlegung gibt...)
Neuer Versuch beim anderen TÜV (Senior-Gutachter): Hat sich alle Unterlagen angesehen, sah kein Problem darin dass im Felgengutachten für den 903
die entsprechende Reifengröße fehlte, da im Gutachten für den 906 die entsprechende Reifengröße für die Felgen aufgeführt sind. Da für Vorder- und Hinterachshöherlegen separate Gutachten vorhanden sind -auch kein Problem. Tachoangleichung müsste gemacht werden. So weit so gut !!
Zunächt hab ich mir die Zusatzluftfederung von Goldschmitt zur Selbstmontage beschafft. In der Montageanleitung war dann beschrieben, dass
der Bremskraftregler (ALB) für die Hinterachse anzupassen ist

hat Goldschmitt vorher nicht darauf hingewiesen...
Die ALB regelt die Bremskraft der Hinterachse in Abhänigkeit vom Fahrzeugniveau (Zuladung), wenn also wegen der Zusatzluftfederung das Fahrzeugniveau angehoben wird (ohne dass sich die Zuladung) ändert, würde die Bremsleistung der Hinterachse vermindert. Das muss nach Umbau natürlich angepasst werden - kein Problem wenn man's weiß. Ich hab's gemessen: Für 4cm Höherlegung (entsricht ca. 3,5bar Druck in den Luftfedern) muss man die Einstellschraube um 1,2mm Nachstellen (zuschrauben).
Also vor dem Umbau zum TÜV und die Bremskräfte für Vollbremsung separat für Vorder-und Hinterachse in mehreren Wiederholmessungen messen lassen, um das Verhältniss der Bremskraftverteilung zu ermitteln.
Den Kompressor für die Luftfederung habe ich in den Kasten unterm Fahrersitz eingebaut, dort gibt's eine leere Relaishalterung die ich angepasst habe (mehr dazu bei Bedarf). Vorteil der Kompressorlage: Die Kabel der Elektrik und die Druckluftleitungen zum Bedienelement können unter der Bodenmatte in die Mittelkonsole ohne Zusatzbohrungen verlegt werden. Die Druckluftleitungen zu den Federbälgen können durch die Gummimuffe durch das Bodenblech zum Unterboden geführt werden. Das Bedienelement habe ich im Ablagefach überm Aschenbecher (sonst wenig genutzt) eingebaut. Kompressor (über den Bedienschalter) und Niederdruckwarnleuchten an Dauerplus des Zigarettenanzünders, Beleuchtung des Instruments an die Beleuchtung des Kombiinstruments verkabelt. (Hinweis: in der Anleitung von Goldschmitt sind separate Drucksensoren vorgeschrieben, die gibt's aber nicht mehr, da sie bereits in den Manometern der Bedieneinheit integriert sind (das wusste der Verkäufer bei Goldschmitt aber nicht!!).
Die Luftfedern habe ich von einer Werkstatt einbauen lassen, da ich die Schrauben der Stossdämpfer nicht lösen konnte. Die Luftdruckleitungen am Unterboden habe ich in 'Gartenschläuche' verlegt um sie gegen Steinschlag, etc. zu schützen.
Nach dem Umbau und Nachstellen des ALB wieder zum TÜV und wieder messen lassen, Bremskraftverhältnis hat gepasst, also Eintragung für Zusatzluftfederung der Hinterachse erhalten.
(Die Werkstatt hat gepfuscht: Schrauben der Haltebrieden nicht nichtig angezogen, nach 300km war eine Halterung der Luftfeder rausgewandert > 2h Stundenreparatur auf 2300 hm in den französischen Alpen - zum Glück hatte ich das richtige Werkzeug dabei

)
Anschliessend Umbau der Vorderachse auf VB-Coilspring und Montage der neuen Räder. Entgegen der Empfehlung des Herstellers VB-Airsuspension sind bei der neuen Rädergröße keine Spurverbreiterungen notwendig. Für den Freigang der Vorderräder habe ich vorne (wie alle Anderen) die innere Ecke des Stossfängers um ca. 1 cm abgeflext und hinten den Radlauf ca. 1cm eingebördelt, dass genügend Platz für die Schmutzlappen ausreicht.
Meine Zusatzkomponenten:
- Hinterachszusatzluftfederung: Goldschmitt 002.MB219MO,
www.goldschmitt.de
- Vorderachszusatzfedern: VB-Coilspring 1700207200-MB,
www.motorfit.de
- Felgen: ProLine Wheels-TEC Gmbh, PV/T.6516 T6, 6,5Jx16H2
- Reifen: BF-Goodrich T/A K02, LT225/75R16 115S RWL
Probefahrt:
Tiptop, Fahrverhalten super, nicht lauter, insgesamt sehr angenehm, Beschleunigung mit 316CDi kein Problem, Bremsleistung geringfügig schwächer.
Es fehlt nur noch die Endabnahme durch meinen TÜV-Senioringenieur, sollte (dank Vorbesprechung) kein Problem sein.
Bei Fragen, gerne melden.
Gruß Helmut
Jetzt mach ich mich an mein 12V-Bordnetz Elektroproblem
